Kauch: Tagesspiegel soll sich bei Johannes Kahrs entschuldigen  

kauchZur Berichterstattung des „Tagesspiegel“ über Porno-Verlinkungen beim Twitter-Account von Johannes Kahrs erklärt der Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL), Michael Kauch:

Ich fordere die Redaktion des „Tagesspiegel“ auf, sich über die Form der Berichterstattung gegenüber Johannes Kahrs zu entschuldigen.

Die Wortwahl des Artikels ist sensationsheischend und homophob. Es werden Dinge wortreich skandalisiert, die in jedem heterosexuellen Porno auch vorkommen. Ohne jeden konkreten Beleg wird zudem in den Raum gestellt, man wisse nicht, ob die abgebildeten Männer schon volljährig sind – frei nach dem Motto „irgendwas von dem Dreck wird schon hängen bleiben“. Damit werden unterschwellige Ressentiments bedient, die Homosexualität in die Nähe von Pädophilie rücken.  Das ist absolut inakzeptabel und eine Form von Journalismus, die man beim Tagesspiegel bisher nicht erwartet hätte.

Der nachgeschobene Kommentar des Tagesspiegels überzeugt ebenfalls nicht. Pornografie ist in Deutschland erlaubt, egal wie man das persönlich findet. Der Verweis auf siebenjährige Kinder ist lächerlich, denn diese stoßen nicht zufällig über einen Twitter-Account eines Abgeordneten auf Pornografie. Vielmehr ist dieser Kommentar Ausdruck einer neuen Prüderie, die man in Deutschland ansonsten nur aus erzkonservativen oder radikal-feministischen Zusammenhängen kannte.

LENDERS: Urteil ist erster Schritt zur Beendigung der Diskriminierung Homosexueller bei der Blutspende

Lenders

WIESBADEN – Anlässlich des heutigen Urteils des EuGH zum Blutspende-Verbot für Homosexuelle erklärte der Fuldaer FDP Landtagsabgeordnete Jürgen LENDERS: „Ich begrüße dieses Urteil, da es ein erster Schritt ist, die Diskriminierung Homosexueller bei der Blutspende endlich zu beenden. Denn es gibt überhaupt keine medizinische oder sonstige Begründung dafür, dass ich als homosexueller Mann kein Blut spenden darf. Blutspenden sind lebenswichtig und bevor ein Patient eine Transfusion bekommt, wird das gespendete Blut ohnehin immer mehrfach sehr genau auf mögliche Erkrankungen untersucht. Doch unter Verweis auf eine höhere HIV-Infektionsrate wurde Homosexuellen pauschal das Spenden von Blut bisher verwehrt. Ich hoffe, dass das heutige Urteil den Weg für eine neue Regelung in Deutschland ebnet, von der zu allererst all diejenigen Menschen profitieren, die auf eine Blutspende angewiesen sind. Schließlich geht es darum Leben zu retten und leider mangelt es oft, etwa in der Urlaubszeit, an ausreichend Blutspendern, wodurch es zu gefährlichen Engpässen in der Versorgung kommen kann.“

Schneider: Homosexuelle nicht per se von Blutspende ausschließen

Susanne Schneider

Susanne Schneider

(Düsseldorf, 04. Juli 2014) Nach wie vor sind homosexuelle Männer aufgrund einer Richtlinie der Bundesärztekammer von der Blut- und Knochenmarkspende ausgeschlossen. Bereits im Dezember 2012 hat der Landtag Nordrhein-Westfalen diese Ungleichbehandlung kritisiert. FDP, SPD, Grüne und Piraten haben damals die Landesregierung auffordert, ihren Einfluss geltend zu machen, die entsprechende Richtlinie anzupassen. Zum aktuellen Stand hat die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW, Susanne Schneider, jetzt eine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

„Die Richtlinie geht davon aus, dass Homosexualität grundsätzlich ein höheres Risikoverhalten darstellt. Was aber viel mehr zählen sollte, ist das individuelle Risikoverhalten und nicht die sexuelle Orientierung. Ansonsten werden Äpfel mit Birnen verglichen“, sagt Schneider. Laut Richtlinie dürfen keine Personen zur Spende zugelassen werden, die den so genannten Risikogruppen angehören. Dazu gehören: heterosexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten (z.B. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern), Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben sowie männliche und weibliche Prostituierte.

„In Deutschland herrscht immer wieder Mangel an Blutkonserven. Auch Menschen, die Knochenmark spenden, um damit anderen zu helfen, oft sogar deren Leben zu retten, werden ständig gesucht“, erläutert Schneider. Es müssten daher zeitgemäße Möglichkeiten gefunden werden, dass Spendenwillige zur Blutspende zugelassen und nicht per se davon ausgeschlossen werden, fordert Schneider. Die FDP-Landtagsfraktion begrüßt daher Aktionen wie „Bunt spenden“ des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschlands.