Welt-Aids-Tag schärft unser Bewusstsein

Der Bundesvorstand der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) denkt anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember an die vielen Verstorbenen, Erkrankten und Infizierten von HIV und AIDS. Trotz Rückgangs der Neuinfektionen in Deutschland dürfen die gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Gesellschaft im Kampf gegen das immer noch tödliche Virus nicht nachlassen.

Mehr Bewusstseinsbildung

„Trotz rückläufiger Zahlen bei den Neuinfektionen in Deutschland muss uns klar sein, dass sich immer noch Menschen mit Aids anstecken und die Krankheit immer noch nicht heilbar ist. Wir sind für unser Handeln zwar selbst verantwortlich, deshalb ist es aber auch so wichtig, das Bewusstsein zu schärfen, einen leichtfertigen Umgang mit dem Ansteckungsrisiko zu vermeiden.“, gibt der LiSL-Bundesvorsitzende Manfred DONACK zu bedenken. Keine Medizin der Welt könne das Virus dauerhaft zerstören, aber Existenzen kann es dauerhaft vernichten, beklagt DONACK.

„Jede Neuinfektion ist eine zu viel. Darum muss hier weiter intelligent investiert werden“, bekräftigt Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP).

Ansteckung von Kindern

In Deutschland wird die Zahl infizierter Kinder auf etwa 430 geschätzt. Doch die wachsende Nachlässigkeit im Umgang mit der Vorbeugung vor HIV gibt Anlass zur Sorge. Wir unterstützen daher die Absicht der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, die die Bedeutung der Prävention für Kinder und Jugendliche wieder stärker in den Fokus rücken will. „Die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft bedürfen dem größtmöglichen Schutz!“, fordert Manfred DONACK.

Osteuropa und Afrika in den Blickpunkt rücken

In Osteuropa und Afrika sind weiter rasant steigende Infektionszahlen zu verzeichnen. Wenn wir hier kein Umdenken in der Gesellschaft, bei den Betroffenen selbst, bei den Ärzten und in der Politik erreichen, ist eine Kehrtwende nicht in Sicht. 1,5 Millionen HIV-Positive gab es laut dem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergangenes Jahr in Osteuropa und Zentralasien – mehr als dreimal so viele wie 2001. Wir fordern daher die internationalen Organisationen auf, mehr Aufklärungsarbeit in Osteuropa und Afrika zu leisten und bitten auch die Bundesregierung hier verstärkt tätig zu werden.

Circa 23 von weltweit 34 Millionen HIV-Positiven leben in Afrika. Auch sieben von zehn Neuinfizierten kommen aus dieser Region. Das Land mit den meisten Infizierten ist Südafrika (5,6 Millionen). Es besteht daher ein extrem hoher Bedarf an Aufklärung und Präventionsarbeit.