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Pride Parade Overhead

Anschlag auf den Berliner CSD - Bekundungen von Beileid und Solidarität reichen nicht aus

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Kauch zum Anschlag auf den Berliner CSD:

"Bekundungen von Beileid und Solidarität reichen nicht aus"

 

Zum Anschlag auf den Berliner CSD erklärt Michael Kauch, Sprecher für LSBTI im Bundesvorstand der FDP und Bundesvorsitzender von LiSL (Liberale Schwule, Lesben, Bi, Trans und Queer):

 

Wir Liberale sind geschockt von dem feigen Anschlag auf den Berliner CSD. Er ist ein Anschlag auf unsere freie und vielfältige Gesellschaft als Ganzes. Wir werden vor dieser Gewalt nicht zurückweichen. Unsere Trauer und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen und Freunden der Getöteten. Wir hoffen, dass alle Verletzten überleben und vollständig genesen werden. 

 

Dieser Tag ist ein Tag der Trauer. Dennoch reichen ritualisierte Bekundungen von Beileid und Solidarität nicht aus. Auch das Versprechen, den Täter seiner gerechten Strafe zuzuführen, reicht nicht aus. Die queere Community ist nicht das erste Mal Ziel von Hass, Gewalt und Terror. 

 

Nach den Ermittlungen der Berliner Polizei kommt der 21-jährige Tatverdächtige aus dem islamistischen Milieu und wurde nach Medienberichten erst kürzlich aus dem Jugendarrest entlassen. Dies macht noch einmal deutlich: die Bedrohung gegen Schwule, Lesben und Transpersonen geht nicht nur von Rechtsextremen aus, sondern auch von Islamisten.

 

Wer das unter den Teppich kehrt - und das ist sowohl in der Politik als auch in der queeren Community zu oft passiert - trägt nicht zum Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bei. Genauso wenig helfen die zu erwartenden Debatten über Abschiebungen: wo immer möglich, müssen Gefährder abgeschoben werden - aber die islamistische Gefahr und der Hass gegen Homosexuelle und Transpersonen wachsen zu großen Teilen aus unserer Gesellschaft selbst heraus.

 

Wir brauchen gezielte Anstrengungen, die Radikalisierung von jungen Menschen zu verhindern - sowohl von rechten Jugendlichen als auch von Jugendlichen aus bestimmten migrantischen Milieus. In dem Zusammenhang ist es falsch, dass die Bundesregierung den Aktionsplan "Queer leben" für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auslaufen lässt. Homohass und Transfeindlichkeit müssen frühzeitig bekämpft werden, damit es nicht zu Gewalt und am Ende zu Terror gegen sexuelle Minderheiten kommt.

 
 
 

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