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Pride Parade Overhead

Erfolgreiche LiSL-Bundesmitgliederversammlung

4. Okt.
2 Min. Lesezeit

Bei ihrer diesjährigen Bundesmitgliederversammlung in Berlin haben die Liberalen Schwulen, Lesben, Bi, Trans und Queer (LiSL) entschlossenere Maßnahmen gegen Hassgewalt und für Regenbogenfamilien gefordert. Sie plädierten für einen evidenzbasierten Umgang mit Trans* im Sport und machten Vorschläge zur queersensiblen Pflegeausbildung. Auch die Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz müsse jetzt endlich kommen. Zudem setzte sich LiSL sehr grundsätzlich und kritisch mit der inneren Spaltung der LSBTIQ-Community auseinander. 


Bei der Bundesmitgliederversammlung wurden drei Positionen im Bundesvorstand nachgewählt. Neue stellvertretende Bundesvorsitzende ist Katrin Münch aus dem Landkreis Mittelsachsen. Die 44-jährige Liberale, die sich als trans* Frau und Autistin für LSBTI mit Behinderung und im Alter engagiert, war bereits Beisitzerin im Bundesvorstand und rückte nun in den geschäftsführenden Vorstand auf. Neu im LiSL-Bundesvorstand sind der 24-jährige Informatik-Student Sebastian Mitte aus Dresden und der 38-jährige Polizeibeamte Max Hauptmann aus Hamburg.

 

Zum Thema Hassgewalt fordert LiSL, die Präventionsarbeit gegen Queerfeindlichkeit in Schulen und Jugendarbeit zu verstärken und zugleich der islamistischen Radikalisierung von muslimischen Jugendlichen entgegen zu wirken. Der Nationale Aktionsplan "Queer leben" müsse von der Bundesregierung fortgeführt und weiterentwickelt werden. Die Bundesländer seien gefordert, die Erfassung und Verfolgung von Hasskriminalität endlich konsequent gemäß der Bund-Länder-Vereinbarung umzusetzen.


Für Regenbogenfamilien fordert LiSL die zügige Reform des Abstammungsrechts. Hier sei der Entwurf des früheren Bundesjustizministers Marco Buschmann eine gute Grundlage. Kern einer Reform müssten Elternschaftsvereinbarungen sein, die schon vor der Empfängnis wirksam sind. Fehlte eine solche Elternschaftsvereinbarung soll die automatische Mutterschaft der Ehefrau der leiblichen Mutter gelten. Keinesfalls dürfe eine Reform die Rechte leiblicher Väter einschränken, wenn diese Verantwortung übernehmen wollen. Darüber hinaus müssten Eizellspende und Leihmutterschaft - insbesondere die altruistische - in Deutschland zugelassen werden.


Hinsichtlich Trans* im Sport fordert LiSL eine evidenzbasierte und diskriminierungsfreie Herangehensweise, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Dazu sollte eine umfassende Studie für unterschiedliche Sportarten herausarbeiten, wo trans* Frauen insbesondere nach Hormontherapie tatsächlich relevante körperliche Vorteile gegenüber anderen Frauen haben und wo nicht.


Zur Stärkung queersensibler Pflege schlägt LiSL vor, LSBTIQ-Kompetenz als Querschnittsthema in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) zu verankern. Zudem sollten Fort- und Weiterbildungsangebote ausgebaut und die Pflegeberatung nach SGB IX queersensibel weiterentwickelt werden.

 
 
 

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LiSL - Liberale Schwule, Lesben, Bi, Trans und Queer e.V.
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